Illustriert werden diese Beispiele im Setting einer modernistischen begehbaren Modelllandschaft in mitten des Ausstellungsraumes. Das Baumaterial des Modells sind Fliesen im Standardformat die auf die maschinell vereinheitlichten Produktionsprozesse im Bauwesen verweisen, und die gerasterte monotone „Kopfarchitektur“ überzeichnen.
Dieser anonymen, austauschbaren und unendlich scheinenden Struktur steht die Präsentation der „Kunst am Bau“ Projekte gegenüber. Erlebt werden diese durch Gucklöcher in den Modellen. Dies blendet das gegebene Umfeld aus, und schafft einen neuen intimen Wahrnehmungsraum welcher rein im Dienst des Ausstellungsobjektes steht.
„Die Architektur funktioniert, die Kunst gefällt? Die wechselvolle Geschichte von „Kunst am Bau“ ist – über viele geglückte Beispiele hinweg – auch eine Geschichte des latenten Unbehagens und der beziehungslosen Koexistenz im Dienste der gesetzlichen Prozentregelung. Bildende Kunst wird im Kontext der Architektur oft als beiläufige künstlerische Zutat an einem rationalisiert gebauten Objekt oder als dekorativer Störfaktor einer auf keinen zusätzlichen Schmuck angewiesenen Baukunst verstanden. Dass Architektur und Kunst, die sich gegenseitig respektiert, nicht nur separate Welten, sondern auch kommunizierende Gefäße jenseits der herkömmlichen Kompetenzgrenzen sein können, zeigt die Ausstellung „Unscharfe Grenzen“ anhand exemplarischer Beispiele aus Oberösterreich.“

Gabriele Kaiser, afo-Leitung

UNSCHARFE GRENZEN

Ausstellungsarchitektur, -grafik, -katalog

26. 01. – 19. 03. 2011

afo architekturforum oö

Konzept und Kurator: Vitus Weh,

Fotografien in der Ausstellung: Dietmar Tollerian

Linz, 2011

Fotos: afo, mia2

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